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Interview mit Herrn Prof. Raggam

Herr Prof. Raggam war so nett, ein Interview mit uns zu führen und unter anderem über die Podiumsdiskussion bzw. die kommende EU-Wahl zu sprechen.

F: Warum ist es besonders wichtig, dass Jugendliche bei der Europawahl am 26. Mai wählen gehen?

A: Im Europäischen Parlament werden in den nächsten 5 Jahren viele wichtige Zukunftsentscheidungen getroffen, die auch die europäischen Jugendlichen in ihrer Lebenswelt (Beruf, Studium, etc.) betreffen werden.
Die EU ist noch immer ein „Zukunftsmodell“, das uns in den letzten Jahrzehnten schon Stabilität, Frieden und Wohlstand gebracht hat. Eine möglichst hohe Wahlbeteiligung stärkt auch die EU – das hat sie in Zeiten wie diesen dringend notwendig.
Nur so kann das bisher Erreichte bewahrt werden und Zukunftsvisionen umgesetzt werden. Diese Faktoren allein müssen schon genug Motivation für Jugendliche sein, eine Stimme für Europa abzugeben und den „EU-Zerstörern“ eine Absage zu erteilen.

Und  übrigens: wer in einer Demokratie lebt, muss als „Mindestbeitrag“ doch wenigstens sein Wahlrecht in Anspruch nehmen!

 

F:Welchen Eindruck hatten Sie von den Vertretern der Parteien bei der Podiumsdiskussion?

A: Bis auf einen wahlwerbenden Kandidaten hatte ich den Eindruck, dass es allen ein großes Anliegen war, diese Veranstaltung mit 800 Jugendlichen zu bestreiten und dass sie auch ernsthaft bemüht waren, die Jugendlichen für ihre Positionen und Einstellungen zu begeistern und zu gewinnen.
Beeindruckend waren für mich vor allem die jungen Vertreter der Parteien, die große Sachkenntnis und faktenbasierende Argumentation in den Diskurs eingebracht haben.

 

F: Wurden Ihrer Meinung nach alle relevanten Themen angesprochen?

A: Auf jeden Fall! Das sind ja auch die Themen, wo dringender Handlungsbedarf besteht und auch für die Jugend, die Zukunft Europas und der Welt von großer Relevanz sind (Bildung, Digitalisierung, Steuergerechtigkeit, Klimaschutz). In den Statements der Parteien-Vertreter wurde zwar deutlich, dass es unterschiedliche Lösungsansätze für die anstehenden Herausforderungen gibt, aber weitgehende Einigkeit, dass die Probleme gelöst werden müssen.

Besonders den Klimaschutz betreffend, wurde klar herausgestrichen, dass die Politik umgehend Rahmenbedingungen schaffen muss (auch, wenn es unbeliebte Maßnahmen geben wird müssen, die auch Wählerstimmen kosten werden), um eine Katastrophe zu verhindern – nur ein politischer Vertreter versuchte den Jugendlichen ernsthaft klar zu machen, dass die Klimaveränderung nicht von Menschen verursacht wird. Dafür erntete er Unverständnis und Gelächter aus dem Publikum. 

 

F:Welche Tipps würden Sie Erstwählern mit auf den Weg geben?

A: Unbedingt sich Monate davor informieren, wofür eine Partei steht – Parteiprogramm checken, welche Ziele verfolgt sie, welche Position vertritt sie in wichtigen Themenbereichen bzw. wie hat sich die Partei in den letzten Jahren positioniert,  den Wahlkampf kritisch beobachten, mit Eltern und Freunden diskutieren.

Alles eine „Holschuld“!

 

F:Wie war es für Sie, das erste Mal wählen zu gehen?

A: Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Ist ja auch schon lange her und war scheinbar kein einschneidendes Erlebnis. Auf jeden Fall war damals Mitte der 1970-er Jahre das aktive Wahlrecht noch mit 19 Jahren festgesetzt (1992 auf 18 und 2007 auf 16 gesenkt).

 

F:Was haben Sie in Ihrem Jahr Abwesenheit gemacht, waren Sie viel unterwegs?

A: Ich habe bisher in meiner Berufszeit gemeinsam mit meiner Frau schon zweimal ein sog. „Sabbatical-Jahr“ in Anspruch genommen. Das bedeutete je 14 Monate weitgehend frei planbare Zeit. Da wir sehr reisefreudig sind, standen natürlich Reisen im Mittelpunkt. Bevorzugt haben wir mit dem Wohnmobil schon so gut wie alle europäischen Länder bereist, aber auch außereuropäische Länder standen im Fokus.
Reisen bedeutet für mich eine gewisse Neugier zu befriedigen.
Neues kennenlernen – Landschaften, Menschen und Kulturen. Horizont erweitern.

 

F:Was hat sich im Laufe Ihrer Berufszeit an der Schule verändert?

A: Gravierende Änderungen haben sich natürlich zwingend durch die Digitalisierung ergeben. Dazu nur zwei Beispiele: um in den 80-er Jahren (bin seit 1982 an der Schule) für die Schüler Kopien herzustellen, war es zuerst  einmal notwendig mit der Schreibmaschine einen Text auf einer Spiritus-Matritze zu tippen um dann schließlich händisch mit einer speziellen „Kurbelmaschine“ eine entsprechende Zahl von Kopien zu produzieren. Dabei war es de facto unvermeidbar, dass nicht die Hände bzw. das ganze Konferenzzimmer penetrant nach Spiritus stanken.

Als revolutionäre Veränderung wäre auch das digitale Klassenbuch und generell die digitale Schulverwaltung und Kommunikation zu nennen. Wobei anzumerken ist, dass der gesamte Verwaltungsaufwand enorm gestiegen ist und mit den technischen Möglichkeiten früherer Zeit nicht zu bewältigen wäre.

 

F:Ein Fun Fact über Ihren Beruf als Sportlehrer

A: Da gäbe es einiges zu erzählen. Ein Beispiel, das sich vor einigen Jahren im Turnsaal ereignet hat: Nachmittagsunterricht, es wird Fußball gespielt, ich natürlich Schiedsrichter, aber schon sehr müde, weil der Tag schon anstrengend war und ein Schlafdefizit der letzten Tage anhängig war. Setze mich auf die Langbank, um von dort aus das Spiel zu beobachten. Registriere noch, dass ich mit dem Einschlafen kämpfe, als plötzlich der Ball unmittelbar neben meinem Kopf an die Wand knallt.
Zutiefst erschrocken springe ich hoch, Gelächter der Schüler, der Schütze entschuldigt sich schmunzelnd, dass er mich so erschreckt hat, das Spiel geht weiter und ich bin wieder topfit.

 

F:Ein Wort, das Sie überhaupt nicht mögen

A: „He Oida“ oder „Heast Oida“(vielleicht mag ich dieses Wort deshalb nicht, weil ich mich betroffen fühlen muss….??!!)

     

F:Haben Sie einen grünen oder schwarzen Daumen?

A: Ich wage zu behaupten, dass Ersteres bei mir der Fall ist. Zu meinen  Hobbys zählt das Gärtnern. Ich besitze glücklicherweise einen Garten, wo ich nach ökologischen Kriterien eigenes Bio-Gemüse anbaue und mit den Ernteerträgen durchaus zufrieden bin. Das passt ganz gut mit einem weiteren Hobby zusammen – ich koche sehr gerne.

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