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Interview mit Maria Stern (Parteiobfrau der Liste Pilz)

 

Welche Ziele wollen Sie als Bundeskanzler/in bzw. als stärkste Kraft in Österreich erreichen? Welches Thema erfordert im Moment höchste Priorität und warum?

Klimaschutz und Armutsbekämpfung. Sofortige Maßnahmen für den Klimaschutz sind unabdingbar, um drohende Kipp-Punkte, die unumkehrbare, globale Katastrophen zu verhindern, die auch Millionen von Menschen zur Flucht zwingen werden.

Die aufgehende Schere zwischen Arm und Reich ist ein Versagen der derzeitigen neoliberalen Wirtschaftsordnung und macht auch vor Österreich nicht Halt. Ich bin in die Politik gegangen, um Kinder-und Jugendarmut zu bekämpfen. Mein bisher größter Erfolg ist, dass ich das Thema Kinderarmut 2017 zum Politikum machte, an dem 2019 keine Partei mehr vorbeikommt.

 

Wieso kommt es noch immer häufig vor, dass ebenso qualifizierte Frauen bei dem gleichen Arbeitsplatz weniger verdienen als Männer?

Weil Österreich ein konservatives Land ist, in dem die Familie immer noch Frauensache ist. Frauen sind im Schnitt besser ausgebildet und verdienen in etwa das Gleiche wie Männer. Sobald das erste Kind geboren ist, bleiben sie zu Hause und können diese Jahre nie wieder einholen. In Schweden gehen über 90% der Väter in Karenz und die anschließende Elternteilzeit. Sie werden schief angesehen, wenn sie das nicht machen und werden oftmals nicht befördert, wenn sie ihrer Verantwortung in der Familie nicht nachkamen. In Österreich droht der Jobverlust. Da muss die Politik dringend im 21. Jahrhundert ankommen und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen!

 

Digitalisierung – Fluch oder Segen?

Beides. Wenn wir sie verschlafen: Fluch. Wenn wir sie gestalten: Segen.

 

Welche Haltung verfolgen Sie/ Ihre Partei in der noch immer aktuellen Flüchtlingsfrage bzw. in der Migrationspolitik? Lässt sich diese Haltung mit Ihrem Gewissen vereinbaren?

Flucht und Asyl ist ein Menschenrecht. Wir müssen für die bestmögliche Integration sorgen, was Türkisblau verunmöglichte, und im Gegenzug die Radikalisierung des politischen Islam verhindern. Von Erdogan finanzierte Vereine wie ATIB oder auch Milli Görüs müssen verboten werden, damit Hassprediger in Moscheen nicht die Integration von Kindern und Jugendlichen verhindern. Österreich ist ein säkularer Rechtsstaat, in dem Frauen die gleichen Rechte haben wie Männer. Diese Prinzipien dürfen nicht unterwandert werden. Auch nicht von den Rechten.

 

Wieso müssen einzelne Personen (wie zum Beispiel Greta Thunberg) im Alleingang gegen die Klimaerwärmung kämpfen, während Sie als Politiker/innen viel mehr Macht und Einfluss haben?

Weil die Politik im Klimaschutz genauso geschlafen hat, wie bei der Armutsbekämpfung.

 

Was möchten Sie jungen Menschen in Hinblick auf die Nationalratswahlen am 29. September mit auf den Weg geben?

Nutzt eure Chance, auch im Kleinen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Die Zukunft liegt in eurer Hand!

 

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