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Als mein Vater meiner Mutter vertraute und sie das eigentlich gar nicht wollte (Eine wahre Geschichte aus der Zeit der Corona-Krise)

Die Coronakrise bringt für uns sehr viele Probleme mit sich. Wir sind alle davon betroffen und wir verlassen unser Zuhause nur für die wichtigsten Erledigungen. Die meisten unserer Eltern sind im Homeoffice und wir Schülerinnen und Schüler lernen nun digital in unseren Zimmern. Unsere Freunde hören wir nur am Telefon oder in den Videokonferenzen der Schule. Das alles kann sehr frustrierend sein. Neben den Sorgen, ob man genug Klopapier gehamstert hat, haben auch noch die Lieblingsgeschäfte geschlossen. Dazu gehört auch der Friseur. Die Haare wuchern förmlich auf unseren Köpfen und verzweifelt versuchen alle ihre Haare zu bändigen.

Je länger die Quarantäne dauerte desto mehr war mir klar, wer in meiner Familie die größten Sorgen um die eigene Frisur bekommen werde. Mein Vater. Verzweifelt versuchte er jeden Tag, seine Haare mit verschiedenen Gelsorten zu bändigen. Doch nach mehreren Wochen stand für ihn fest, dass ein Haarschnitt nötig war. Tagelang bat er meine Mutter, dass sie ihm endlich die Haare schneide. Doch meine Mutter meinte nur, dass sie dies sicher nicht könne. Als mein Vater nun selbst zum Rasierapparat greifen wollte, schritt meine Mutter ein und schnitt ihm doch die Haare. Das ganze Spektakel begann an einem bis zu diesem Punkt schönen Sonntag. Mein Vater bereitete eine Haarschneideschere und seinen Rasierapparat im Bad vor. Ich hielt mich aus dem Ganzen raus und lag währenddessen auf der Couch. Meine Mutter war sehr nervös, aber mein Vater sagte ständig: „Ich vertraue dir voll und ganz. Du wirst das schon schaffen.“ Mit zitternden Händen setzte meine Mutter den Rasierapparat an seinen Haaren an und begann zu schneiden. Für meine Mutter war das Ergebnis schon nach kurzer Zeit fertig, doch mein Vater meinte, sie solle noch viel kürzer schneiden. Plötzlich hörte ich einen Schrei und daraufhin schaute ich im Bad bei den beiden vorbei, was da los sei. Mein Vater hatte einen kleinen Schnitt im Ohr und blutete. Doch wer denkt, der Schrei kam von meinem Vater, der irrt sich. Er kam von meiner Mutter, die Schuldgefühle hatte. Mein Vater meinte wieder: „Kein Problem, ich vertraue dir. Du schaffst das schon. Mach weiter!“ Doch ich sah, dass mein Vater nicht nur ein Loch im Ohr hatte, sondern auch mehrere in der Frisur. Ich fragte meine Mutter, ob ihre Puppen früher auch so ausgeschaut hatten. Meine Mutter antwortete darauf frustriert: „Ja und jetzt geh bitte wieder ins Wohnzimmer!“

Nach einiger Zeit kamen meine Eltern aus dem Bad heraus. Erstaunlicherweise blieb es bei zwei Löchern in der Frisur meines Vaters und die waren am Hinterkopf. Glücklich meinte mein Vater, dass man bei seinen Videokonferenzen die Löcher am Hinterkopf eh nicht sehe. Inzwischen ist meine Mutter im Haareschneiden schon besser geworden und durfte sogar schon einmal meine Haare schneiden.

Max Holzapfel, 2b

Schülerinne schreiben in der Corona-Krise

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