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Reportage: Krisenzeitlicher Einkauf – Eine Herausforderung für sich

Beim Einkaufen fiel mir ganz besonders auf, was zurzeit anders ist.

Als ich vor ein paar Tagen von meinen Großeltern beauftragt wurde, den wöchentlichen Einkauf für sie zu erledigen, war ich gespannt, wie die Lage nach der Welle von „Hamsterkäufen“ in den Supermärkten unserer Stadt ist.

Noch vor dem Betreten des Marktes stand ein Mitarbeiter vor dem Eingang, um zu kontrollieren, ob sich jeder Kunde einen Einkaufswagen nimmt. So sei es nämlich viel einfacher, den Abstand zu halten, so wurde es mir erklärt. Der klinische Geruch von Desinfektionsmittel strömte mir sofort in die Nase, als ich meinen ersten Fuß in den Markt setzte.

Durch den Mund-Nasen-Schutz fiel mir das Atmen nicht so leicht wie gewohnt, doch es war noch erträglich. Da ausnahmslos jeder Kunde einen solchen Schutz trug, fühlte ich mich dennoch sicher. Denn da diese Art der Maske nur andere vor einer Übertragung schützt, ist es nur wirklich hilfreich, wenn sich jeder daran hält. Dann könne laut Experten das Risiko einer Übertragung um 75% verringert werden. Eine weitere Sache, die mir während des Einkaufes auffiel, war, dass Produkte, die abgepackt in den Kühlregalen liegen oder bereits in einer Verpackung im Markt liegen, viel häufiger gekauft werden als beispielsweise jene, die an der Backwaren-, Fleisch- oder Käsetheke offen liegen und erst beim Verlassen dieser Theken verpackt werden. Dies könnte damit zu tun haben, dass die Kunden glauben, die offenen Produkte seien unhygienischer. Das ist jedoch ein Irrtum. Zwar befinden sich auf diesen Lebensmitteln tatsächlich mehr Keime, diese sind jedoch alle ungefährlich. Als ich nun mit Mundschutz den Einkauf zusammensuchte und langsam zur Kasse ging, war es schon irgendwie ein seltsames Gefühl, mit niemandem wirklich gerne ein Wort zu wechseln. Normalerweise hört man immer ein paar Meter weiter Kunden mit den Kassierern plaudern, doch diesmal hörte man nur das Piepen der Kassen, was ich irgendwie als seltsam empfand.

Als ich schließlich an der Kasse stand, kam ich wie immer kaum hinterher mit dem Einschlichten meiner Waren in den Einkaufswagen. Da auch nur noch eine kleine Öffnung bei der Plexiglasscheibe zwischen den Kassierern und den Kunden ist, fehlte mir auf eine gewisse Art der menschliche Kontakt zu den Menschen hinter der Scheibe. Ich entschied mich danach für eine hygienische kontaktlose Bezahlung per Karte und als ich den Markt verließ, war ich doch froh, meine Maske wieder abzunehmen. Und in diesem Moment wurde mir bewusst, dass man nicht einmal das freie Atmen in einem Geschäft als selbstverständlich sehen darf.

Oskar Beck, 7C

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