Home · Interview

Interview mit Professor Wiedner

Herr Professor Wiedner war so nett, uns ein paar, teilweise sehr persönliche Fragen für unsere Interview-Reihe zu beantworten. Wir wünschen gute Unterhaltung beim Lesen!

Was hat sich in Ihrem Alltag verändert, seit Sie Vater geworden sind?

Der Alltag hat sich sehr verändert. Ich brauche, seit unser Sohn auf der Welt ist, keinen Wecker mehr, spätestens um 6 Uhr in der Früh ist Tagwache- egal ob Schule oder Ferienzeit.

Auch die Trennung von der Arbeit in der Schule, und der Freizeit mit der Familie hat sich insofern verändert, dass ich die Zeit mit der Familie intensiver nutze und wahrnehme. Ich versuche die schulischen Belange in der Schule zu „lassen“ (was nicht immer möglich ist), um mich zu Hause auf meine Familie konzentrieren zu können.

Seit ich Vater bin hat sich auch die Freizeitgestaltung verändert, da man nicht mehr so spontan sein kann- z.B. ins Kino gehen, ein Konzert besuchen oder eine Kurzreise machen. Alles muss durchgeplant werden- aber es ist gut so, weil meine Frau und ich froh sind, dass unser Sohn Jona bei uns ist.

Nicht vergessen darf man auch den Schlafentzug, der in den letzten eineinhalb Jahren  in meinem Leben zum Standard geworden ist…ich hoffe das wird besser in den nächsten Jahren ;-)! Auch wenn ich manchmal müde und fertig bin, bin ich trotzdem extrem gerne „Papa“ und kann mir kein Leben mehr ohne Jona vorstellen!

 

Wie war Ihr Erlebnis in Uganda für Sie und würden Sie wieder hinreisen?

Uganda ist auf jeden Fall eine Reise wert. Die Kultur und Lebensweise der Menschen in Uganda ist mit unserer „europäischen“ Einstellung nicht vergleichbar.

Die Menschen in Uganda besitzen wenig bis nichts und haben trotzdem eine ganz positive Einstellung zum Leben. Vor allem der Glaube hilft ihnen dabei.

Mir persönlich wurden die Augen geöffnet- ich habe gewusst, dass es uns in Österreich bzw. Europa wirtschaftlich sehr gut geht und wir uns einen hohen Lebensstandard leisten können. Für uns ist es selbstverständlich warmes, fließendes Wasser zu haben- in einer Unterkunft wurde das Wasser über offenem Feuer im Freien erwärmt- da beginnt man dann schon nachzudenken, warum das so ist.

Auch die Infrastruktur im Land- Straßen, Autos, Internetausbau/empfang usw. sind nicht mit europäischen Standards vergleichbar.

Uganda hat noch hohes Entwicklungspotential was die Wirtschaft, Infrastruktur usw. betrifft. Vor allem der Tourismus ist in den letzten Jahren gewachsen- die vielen Nationalparks in Uganda sind beliebte Reiseziele von Urlaubern aus aller Welt.

Ich hatte dort die Möglichkeit, neben Safaris im Queen Elisabeth Nationalpark (Löwen, Nilpferde, Büffel,…) und im Kibale Nationalpark (Schimpansen) im Biwindi Impenetrable National Park Berggorillas in freier Natur zu beobachten. Von dieser Art gibt es nur noch 700 Exemplare weltweit im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der DR Kongo. Landschaftlich und von der Artenvielfalt her hat mich das Land sehr beeindruckt- es ist auf jeden Fall ein Reise wert- man muss aber auf jeden Fall ein bisschen abenteuerlustig sein!

Ich habe mich auch eine Woche in Jinja, wo sich unsere Partnerschule befindet, aufgehalten und dabei die Schule besucht, aktiv am Unterricht teilgenommen und auch gesehen, was mit den Spendengeldern, die von unseren Schülern und Eltern gesammelt werden passiert.

Dabei habe ich im Schwesternhaus des Sacré Coeur Ordens gewohnt und wurde von Sister Lucie, die dieses Jahr bei uns zu Besuch war, betreut. Auch Teacher Tom, der mit Sister Lucie in Graz war, zeigte und erklärte mir, wie der Schulalltag in Uganda aussieht.

Ich kann auf jeden Fall davon berichten, dass das Geld, das wir sammeln, in Jinja gut angelegt ist, da Bildung der wichtigste Schritt raus aus der Armut ist.

Ich hoffe Frau Dir. Resch kann uns nach ihrem Besuch in Jinja in den Sommerferien wieder Neues berichten!

 

Wie ist es Ihnen bei der Organisation des diesjährigen Streetball-Turniers ergangen?

Das diesjährige Streetballturnier war wieder ein voller Erfolg. Bei bestem Wetter haben knapp 140 Teams rund 300 Spiele bestritten. Die Vorbereitungen beginnen meist 3-4 Monate im Voraus und werden, je näher das Turnier rückt, intensiver.

Grundsätzlich gibt es gewisse Abläufe und Pläne, die sich in den letzten Jahren bewährt haben. Diese werden nach jedem Turnier evaluiert und adaptiert. In diesem Jahr war das Turnier ein wenig „kleiner“- es haben nur rund 600 SchülerInnen teilgenommen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es organisatorisch und platztechnisch ein Limit gibt.

Die Organisation muss ich erfreulicherweise nicht alleine machen. Ich habe die „Streetballmeisterschaft“ vor zwei Jahren von Prof. Sammer übernommen, der eine tolle Arbeit geleistet hat. Und ich habe Gott sei Dank ein super Team das mich bei der Organisation und Durchführung unterstützt (Prof. Hoffmann, Prof. Bunderla, Prof. Thek, Prof. Sammer und Plautz Georg).

 

 

Werbeanzeigen